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Zusammenfassungen und Hintergrundinformationen zu den Comicserien 1948-1976
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Fritzifritz Diogenes (1948)
Diogenes ist ein besonders kluger Dackel, der gemeinsam mit
Fritzi und Fritz allerlei Abenteuer besteht. Allen dreien wird die Ehre zuteil, die ersten Wunderwelt-Comicserienhelden
überhaupt gewesen zu sein und dies ab dem allerersten Heft (links). Die Zeichnungen stammen von der Grafikerin Franziska (?) Leuchtner, die gereimten Texte
von der Kinderbuch-Autorin Ilse Schaller und später von Hans Strübl. Diogenes wurde vom Zauberlehrling Willibald abgelöst.
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Willibald, der Zauberlehrling 1948-1960, Nachdrucke 1971-1972 als "Willibald und Hokus"
13 Jahre lang wurden die Erlebnisse von Willibald, dem Zauberlehrling zugkräftig auf der letzen
Seite der Wunderwelthefte abgedruckt und waren damit unangefochten die zweiterfolgreichste Wunderwelt-Comicstaffel. Bis 1960 war diese Serie
ebenso wichtig wie Zwerg Bumstis Abenteuer. Die beiden Cartoonfolgen hatten vom Inhalt und Aufbau her überhaupt nichts gemeinsam und gerade das
bildete jahrelang den Reiz der Wunderwelt. Aus künstlerischer Sicht war die Willibald-Staffel des Perfektionisten "ABC" Peter
Paul Prinz den Abenteuern von Zwerg Bumsti vermutlich deutlich überlegen.
Zunächst hatte Peter Paul Prinz seine Serie noch mit vier Zeilen zu je 3 Bildern aufgebaut.
Später ging er zu einer Spaltenanordnung über, was es ihm ermöglichte, die Höhe der Bilder zu variieren.
Während Willibald bis Ende 1951 alleine um die Welt reist, unternehmen Hokus und Willibald
ab der 83. Fortsetzung ihre Abenteuer gemeinsam, wobei Hokus meist der Tollpatschige ist, über den man lacht. Manchmal erleiden auch beide Zauberer
Schiffbruch, etwa beim Drachensteigen. Zu Silvester 1950 erhält Willibald einen elektronischen Zauberhund, der in der Folge des öfteren Verwirrung stiftet.
Ende 1957 wurde dann der Vetter Pokus auf den Plan gerufen und jetzt stand P.P.
Prinz ein richtiger Bösewicht zur Verfügung. Da ging es dann manchmal auch schon etwas rauer zu.
Eine Besonderheit ist das Zusammentreffen von Willibald mit Micky Maus im 10. Hefte 1949.
1949 gab es noch gar keine deutschsprachigen Mickymaushefte, also ist dies vielleicht das erste Auftreten von Mickymaus in einer
deutschsprachigen Comicserie. Micky Maus macht hier übrigens zunächst gar keine gute Figur, doch am Ende gibt es eine Versöhnung zwischen Willibald
und Micky. P.P. Prinz hatte sich diese kleine Anspielung auf den amerikanischen Comicmarkt nicht verkneifen können.
1949 bis 1950 gab es noch ein weiteres Ereignis: P.P. Prinz setzte im Dienste der Wissenschaft für insgesamt ein halbes Jahr aus (Ende 1949
zunächst für 9 Hefte, 1950 dann nochmals für 4 Hefte) und Teja Aicher sprang für ihn ein. Im 20. Heft 1949 holt TA Willibald in die
reale Welt herüber, indem dieser seinem Schöpfer ABC bei einem Tauchgang vor den Angriffen eines Hais rettet. In der Tat war ABC zu
dieser Zeit am Roten Meer mit Unterwasser-Malereien beschäftigt. TA legt P.P. Prinz die Worte in den Mund: 'Willibald, ich hab' dich nicht umsonst gemalt!'
P.P. Prinz, der von Beginn an mit seinen Tätigkeiten für die Wunderwelt nicht wirklich glücklich wurde und sich unter Wert geschlagen sah,
sollte dazu bewogen werden, wieder zum Team zurückzukehren. Dies geschah dann auch tatsächlich nochmals für fast 10 Jahre.
1960 mit Heft 20 kam jedoch
das jähe Ende. Ohne Vorankündigung wurde die Serie eingestellt, da Peter Paul Prinz einige Jahre nach Australien auswanderte und niemand seinen
mittlerweile perfektionierten, unnachahmlichen Stil hätte fortsetzen können. Auch Teja Aicher wollte nicht nochmals einspringen.
Für die Wunderwelt war das Ausscheiden von Willibald ein entscheidender Einschnitt. Die
besten Jahre dieser Zeitung, in denen sie sogar zeitweise im Schulunterricht eingesetzt wurde, waren nunmehr endgültig vorüber.
Zwei Mal versuchte man die Staffel wiederzubeleben (in der Krise 1966 mit unveränderten Wiederholungen
und 1971 mit leicht geändertem Layout), jedoch stand Peter Paul Prinz als Zeichner nicht mehr zur Verfügung und er blieb bei diesem Entschluss. Der
Serie blieb damit ein langsamer Siechtod erspart, wie es Zwerg Bumsti hinnehmen hatte müssen.
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Zwerg Pockls Erlebnisse, abgelöst von Zwerg Bumstis Abenteuer (1949-1973)
Was soll man über Zwerg Bumsti viel sagen? Er war jahrelang das Aushängeschild der Wunderwelt,
ohne ihn hätte die Zeitung niemals diesen Bekanntheitsgrad erlangt und diese Auflagenstärke erreicht, die sie Mitte der 1950er Jahre für sich
beanspruchen konnte.
Begonnen hat alles mit einigen Wichtelabenteuern ab Ende 1948 (Wichtelmännchen
auf Froschjagd / Im Zwergenreich zur Weihnachtszeit / Wichtelmännleins Ski-Abenteuer) nachdem einem ersten Zwergenabenteuer bereits im 5. Heft 1948 noch nicht genügend
Beachtung geschenkt wurde (Das Wettrennen).
Die Wichtelmännlein-Geschichten hatten hohe Sympathiewerte bei den Kindern und das brachte die Redaktion auf die Idee, eine eigene Serie mit Zwergen zu
kreieren. Zunächst zeichnete Teja Aicher zu Texten über Pockls Abenteuer von Vroni Rothmayer-Handlgruber (Der Schatz des Königs Rabumir / Zwerg Pockl malt ein Fröschlein / Die Hilfe des Maulwurfs / Die Rettung Fräulein Schmetterlings / Ostern im Reich der Zwerge / Zwerg Pockl verjagt die böse Spinne) und Gretl Ernst (Muttertag im Haselmaus-Nest).
Danach wurde beschlossen,
Zwerg Pockl wird Minister des Königs und man komplimentierte Zwerg Pockl auf diese Art und Weise
elegant hinweg. Zwerg Pockl war viel zu perfekt. Der Weg war frei für Zwerg Bumsti, dessen Name sich vermutlich vom Zwerg Bums in der Wunderwelt ableitet, der bereits ab dem 4. Heft 1948 Rätselgeschichten für die
Kinder aufgab und bis 1952 mit seinem Fernrohr am Heftcover als Maskottchen aus der Ballongondel spähte.
Zwerg Bumsti ist im Gegensatz zu seinem Vorgänger alles andere
als perfekt. Er stellt dies gleich im ersten Abenteuer "Zwerg Bumsti und die wilde Hummel"
unter Beweis, als er eine Hummel neckt, die daraufhin dem Flüchtenden erzürnt in das Pilzhaus nachfolgt und dieses auf den Kopf stellt. Auch Bumstis
Versuch, per Gondel mit einer Libelle durch zu Luft zu schweben (Die Luftreise mit der Libelle), ist wenig
erfolgreich. Als er beim Tragen der Torte für den Geburtstag des Königs die gesamte
Zwergenschar durcheinander wirbelt, ist endgültig klargestellt, dass Bumsti eine Lachnummer wird.

In den fast 500 nun folgenden Abenteuern zieht Zwerg Bumsti meist den Kürzeren und der
Leser bangt mit ihm. Doch manchmal gelingt es Bumsti zur Freude seiner Fans auch, sich zur Wehr zu setzen und sich zu revanchieren. Bumstis
Erfolgsgeheimnis bei den Kindern ist es, nicht perfekt zu sein und immer Recht zu haben wie Perry, aber auch nicht der hoffnungslos Dumme zu
sein, wie zum Beispiel Zipferling, der Kasperl oder Benjamin und Kasimir. Es ist der ungewisse Ausgang eines jeden Abenteuers, der die
Serie frisch und lebendig hält - zumindest fast drei Jahrzehnte lang.
Psychologisch
durchleuchten aus heutiger Sicht darf man die Bumsti-Serie nicht allzu tief. Beispielsweise kommen weibliche Wesen - im Speziellen die Bumsti-Maus
- nicht gerade gut weg. Sie sind oft zänkisch, hysterisch, wollen meist teure Geschenke, verleiden den Herren der Schöpfung den Spaß am Ausgehen und sind ansonsten nur für untergeordnete Dienste zu gebrauchen. Als Zwerg
Bumsti einmal von den "niedrigen" Kochkünsten der Maus die Nase voll hat und selber eine ungenießbare Mahlzeit
herstellt, merkt er, dass die Maus so nutzlos ja doch nicht ist.
Natürlich ist die Weiblichkeit manchmal auch fürsorglich und besorgt, wirkt bremsend bei allzu
viel Übermut und wenn Bumsti sich hoffnungslos verstrickt hat, dann geht es plötzlich doch nicht mehr ohne Maus, denn
dann darf sie ihm aus der Patsche helfen und ihn wieder zusammenflicken. Unter Einbeziehung des
konservativen Hintergrunds der Wunderwelt und dem Einfluss der Nachkriegszeit wird das weibliche Rollenbild bei Zwerg Bumsti freilich erklärbarer.
Verblüffend mutet in einer Seriengeschichte für Kinder jedenfalls folgende Tatsache an: In Bumstis (männerdominierter) Welt gibt es keine Kinder, ja nichteinmal das Alter an sich spielt eine wesentliche Rolle. Alle Charaktere sind zeitlos alt, weibliche Wesen meist auf tratschende und teetrinkende oder kaufsüchtige und eingebildete, aber eindeutig untergeordnete, stark überzeichnete Stereotypen reduziert. Ein einziges Mal trifft Bumsti auf eine fremde Maus. Das taugt 'seiner' Maus ganz und gar nicht und die Begegnung findet ein jähes Ende. Als die Bumsti-Maus eines Tages aufgrund einer List von Jobs und Baldwin einen Korb kleiner Mäuse vor dem Pilzhaus entdeckt und die Mäusebabys glückselig in ihre Stube aufnimmt, vergeht dem aus seinem Bett ausquartierten Zwerg Bumsti rasch das Lachen. Schnell findet er eine List, durch welche die Mäusekinderschar wieder jenseits Bumstis Welt verschwindet ...
Sieht man den geschilderten Sachverhalt aus der Sicht von Bumstis Schöpfer - dem gemütlichen, pfeifenrauchenden Schalträger, Gentleman und Schrebergärtner Teja Aicher, dann wird die Bumstiwelt freilich nachvollziehbar. TA und 'seine' graue Maus und Ehefrau waren zu Bumstis besten Zeiten in den Endvierzigern und kinderlos. Wer nun weiß, dass TA in seine Geschichten viel von sich selbst und seinem Umfeld einbrachte, der versteht, dass im Leben Zwerg Bumstis - TAs Alter Ego - kein Platz für Kinder sein konnte. So seltsam dies auf den ersten Blick für eine Kinder- und Jugendzeitung auch anmuten mag - Bumstis Popularität hat dieser Umstand nicht geschadet. Die Kinder haben verstanden, dass das Zwergenreich eine andere Wunder-Welt war, losgelöst von ihrer eigenen Kinder-Welt.
Was man Zwerg Bumsti
eindeutig attestieren kann, ist, äußerst gutmütig zu sein und wenig nachtragend. Bei dem, was er sich von Jobs
und Baldwin schon alles gefallen hat lassen müssen, ist es ein Wunder, dass er mit diesen Schelmen nach 10
Jahren noch ein einziges Wort redet. Aber ganz im Gegenteil kehrt alljährlich spätestens zu Weihnachten wieder Seelenfrieden im Hause Bumstis ein. Dieser ist auch äußerst tierliebend und er kümmert sich rührend um jedes in Not geratene Tierchen - sei es eine
Fliege, die er liebevoll reinigt, nur um dann mit ansehen zu müssen, wie die Meise Erika diese verspeist und
ihm für die Fliegenwäsche dankt.
 Es gibt eine Ausnahme
von der Tierliebe des Zwerg Bumsti, doch diese ist unter den Nöten der Nachkriegszeit zu verstehen: Im Heft 17 von 1950 tötet Zwerg Bumsti einen Kartoffelkäfer, der die Ernte bedroht. Ins Bunte Buch der Tausend Späße wird diese
Geschichte klarerweise nicht aufgenommen, denn sie zeigt Bumsti in einem völlig falschem Licht. In all den Jahren seines Wunderwelt-Daseins
konnte man Bumsti bis auf diese Ausnahme niemals Brutalität nachsagen.
Die Figuren in Bumstis kleiner Welt blieben über Jahrzehnte hinweg überschaubar und fast
unverändert. Bumsti lebt mit der Maus in einer Wohngemeinschaft. Er hat ja nach der Abberufung von Zwerg Pockl die Aufgabe übernommen,
sich um die Maus zu kümmern. Es muss jedoch klargestellt werden, dass sich die Maus auch ziemlich gut um Bumsti kümmert und ihm viele Alltagssorgen abnimmt.
Bumstis Haustiere sind der Marienkäfer
Krabblerich, die Raupe Wuzi und die Mücke Simsim. Immer wieder
verhelfen ihm seine lieben Tierchen zu einem Extra-Abenteuer. Gelegentlich hat Bumsti mit Rotkehlchen Pieps
oder Blaumeise Erika zu tun. Und manchmal stolpert Bumsti über die Grille
Kunigunde. Die Blindschleiche Franziska sieht man nur, wenn Bumsti vor ihr Hals über Kopf Reißaus nimmt. Das
gleiche gilt für Veronika, die Graseidechse.
Mit dem Laubfrosch Phillip kommt Bumsti auch gelegentlich zusammen. Meist geht Bumsti dabei unfreiwillig
baden. Und wenn Onkel Dominik auftaucht, dann sind Bumstis Lebensmittelvorräte in Gefahr, während
beim Vorbeiziehen von Hamster Max hin und wieder auch etwas abfällt. Die Schnecke
Barbara ist mehr an Bumstis Pilzhaus interessiert als an seinen
Lebensmitteln und frisst sich zum Schrecken der Bewohner schon einmal durch dessen Außenwand. Der Igel Isidor
liebt es nicht sonderlich, gestört zu werden. Der Regenwurm Eusebius hingegen stört
selbst niemanden, ist jedoch schlecht fürs Schuhputzer-Geschäft. Der Maulwurf Melchior schließlich hilft Bumsti
hin und wieder beim Graben aus; sein Problem ist jedoch eine erhebliche Kurzsichtigkeit, die zu manchem Irrtum führt. Und dann gibt es in Bumstis
kleiner Welt noch massenweise namenlose Ameisen, Bremsen, Fliegen
und Läuse. Als Reit- und Zugtiere dienen Käfer, Heuschrecken
und Schnecken.
Wer in der Auflistung keinesfalls
fehlen darf - denn ohne sie gäbe es neunzig Prozent aller Bumsti-Abenteuer nicht - sind die Zwergenbrüder Jobs und Baldwin. Eigentlich sollten
sich Bumsti bei ihrem Anblick die Haare aufstellen, wenn man bedenkt, was diese beiden Schelme ihm schon alles angetan haben. Und dennoch schenkt ihnen Bumsti immer wieder Glauben und fällt (fast) immer wieder auf sie herein. Jobs hat den langen Bart und das grüne Wams mit
der rotschwarz gestreiften Hose an, Baldwin trägt seinen Bart kurz und kleidet sich mit blauer Jacke und brauner Hose.
Wenn Bumsti Zeit und Geld hat (ersteres trifft oft zu, letzteres selten), geht er ins Wirtshaus
zur schiefen Fichte. Tobias, der Schuhmacher hingegen macht nicht das große Geschäft mit Bumsti.
Sehr ungern findet sich Bumsti auch beim Zahnarzt Fridolin ein, dessen Methoden berüchtigt sind. Gelegentlich hat Bumsti
mit dem Postillion zu tun, dessen Kutsche von einem Laufkäfer gezogen wird. Einmal begegnet Bumsti auf einer
Urlaubsreise dem Zauberer Filifax und auch mit dem Schneider Zyprian
hat er eher schlechte Erfahrungen. Mit Moritz, dem Wühlmäuserich macht Bumsti ausnahmsweise gute Geschäfte.

Bumstis Äußeres ist im Lauf der Jahre einigen Korrekturen unterzogen worden. 1949 wird er noch mit großen, abstehenden Ohren, langer
spitzer Nase und fast schweinchenhaftem, runden Gesicht gezeichnet. Sein ganzes Gehabe und Aussehen entspricht dem eines gesetzten, älteren Herrn.
Auch die Maus wird mit einem wenig sympathischen, eher rattenmäßigen Äußeren dargestellt. Ab Sommer 1951 werden Bumstis Näschen und Ohren dann
kleiner, er kürzt sich seinen weißen Bart etwas, hat außerdem abgenommen und wirkt fröhlicher und jünger.
Mitte 1966 kommt dann
eine Radikalkur. Bumsti verliert nun seinen Bart gänzlich und sieht eher wie ein rotbemützter Schlumpf aus. Sein Kopf ist mehr breit als hoch. Er
wirkt jetzt noch jünger und eigentlich besteht sein Leben fortan aus einer Aneinanderreihung von Déjà vécu-Erlebnissen. Mit Ausnahme des Abenteuers in
Heft 9 von 1970, wo Bumsti den in der Wunderwelt aktuell verkauften Bumsti-Polster bewirbt, werden von Teja Aicher nur
mehr alte Abenteuer - nicht unbedingt zum Vorteil der Serie - neu gezeichnet und die Texte werden unverändert wiedergegeben. Manche Abenteuer durchlebt Bumsti
derart bereits zum dritten Mal. Die Serie nennt sich jetzt schlicht "Zwerg Bumsti", dann ab 1970 nur mehr "Bumsti" und ab 1971
"Die Abenteuer des Wunderwelt Bumsti".
Im November 1971 kommt dann der Schock. Bumstis Heimat wird in eine Welt verwandelt, in der
hauptsächlich Ratten das Sagen haben und in der die Zwerge als Lakaien dienen. In dieser neuen Welt gibt es keine gereimten Texte mehr, sondern nur
mehr Sprechblasen. Die Serie heißt jetzt wieder "Zwerg Bumsti". Im März 1974 kommt es dann zur Umbenennung in "Bumsti und die
Bumstibande", aber keiner wesentlichen inhaltlichen Abwandlung mehr.
Viele fragen sich, warum Teja
Aicher die Änderungen ab 1966 Bumsti und den Lesern antun musste. Peter Paul Prinz hatte sich nicht dazu hinreißen lassen, seinen Willibald
mit Sprechblasen und im "fast'n'dirty"-Stil wiederzubeleben. Bumsti war natürlich über viele Jahre hinweg Zugpferd und Aushängeschild der Wunderwelt.
Die letzten Hoffnungen, die Wunderwelt zu retten, setzte man in Bumsti. Teja Aicher versuchte, Zwerg Bumsti an die neuen Anforderungen
der Zeit anzupassen und zu modernisieren, übersah jedoch, dass alles Neue nicht unbedingt besser sein muss. Auf diese Weise vergraulte er nicht nur den Rest
der alten Leserschaft, sondern hatte wenig zu bieten, was neue Leser hätte animieren können. Bumstis Auftreten war wie das eines überständigen
ehemaligen Boxchampions, der den K.O.-Schlag nicht wahrhaben will und mit immer neuen Schmähs versucht, wieder ins Rampenlicht zu kommen, anstatt als
gefeierter Held abzutreten.
Als ehemaliger Bumsti-Fan wird man die Bumstiabenteuer-Wiederholungen ab 1967 als Bumsti-Schattentheater
ansehen - irgendein Bumsti-Plagiat versucht Bumstis Abenteuer nachzuäffen mit sehr zweifelhaftem Erfolg und als das nicht fruchtet, werden
ab 1971 unter dem gleichen Seriennamen einfach andere Stücke vorgeführt. Bumsti bleibt uns in Erinnerung als kleiner, sympathischer Schelm in seiner kleinen,
einfachen Welt mit lustigen Abenteuern, wie wir sie 1949 bis Mitte 1966 präsentiert bekamen. Genau genommen wechselte Bumsti nicht 1976 in den
Ruhestand, sondern hatte sich bereits 10 Jahre davor heimlich zurückgezogen und einen sehr mittelmäßigen Schauspieler beauftragt, für ihn einzuspringen.
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Kinderlein, heut gibt es was (1949)

Auf insgesamt 7 Bilderseiten signiert mit LH (Lisbeth Hölzl) werden kleine Geschichten
von Tieren, aber auch Kindern und anderen zum Leben erweckten Dingen erzählt. Es war unmittelbare Nachkriegszeit und zimperlich ging es nicht unbedingt zu,
obwohl Zielgruppe die jüngsten Leser waren. Da wird der Heuschreck von der Henne verspeist, fünf Erbsen erleiden unterschiedliche Schicksale und nur
eine keimt auf und das Spanferkel läuft bereits mit Messer und Gabel im Rücken durch die Gegend. Die restlichen, mit kurzen Versen gereimten
Geschichten sind harmlos und wirklich kindertauglich.
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Die geturnte Weltreise (1949)
Die in vier Fortsetzungen geturnte Weltreise mit Reimen von Edi Polz und gezeichnet von Teja
Aicher ist eine Bildergeschichte, bei der zusätzlich zur Haupthandlung originellerweise bei jedem Bild eine Turnübung abgebildet ist. Man muss auf
einem Bein stehen, wie ein Storch, hüpft wie ein Heuschreck, rollt wie eine Schnecke und taucht den Kopf hinab wie eine Ente. Dann wird getanzt wie bei
den Zwergen und man muss sich klein machen, weil die Türen bei den Zwergen ganz niedrig sind. Auch richtig atmen will gelernt sein, man bückt sich zu
den Edelsteinen und zum Schluss, als die Reise vorbei ist, gibt es Einschlafgymnastik. Die geturnte Weltreise ist ein lustiges Abenteuer, bei dem man nicht
nur lesen, sondern sich auch selbst bewegen kann. Schade, dass es nur 4 Folgen gab.
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Piff und Paff (1949-1954, 1959-1962, 1967 als Zip/Zop)
Piff und Paff sind zwei Buben von einem fernen Planeten, die mit ihrem Raumschiff auf unserer Erde landen und hier allerlei Abenteuer erleben.
Sie verblüffen die Erdbewohner mit technischen Kunststücken, werden manchmal aber auch selber nicht schlau aus gewissen irdischen Utensilien, landen dann
auf der Wäscheleine oder im Mehlsack, kommen mit der Drehtüre nicht zurecht und manchmal können sie sich nur mehr aus der Klemme befreien, indem sie sich
unsichtbar machen oder mit ihrem FSKSF-Auto das Weite suchen.
Sie versuchen zu lernen, indem sie sich in zahlreichen Berufen üben, da sie die Schule schon am ersten
Tag wieder verlassen mussten, weil ihnen dort nichts mehr beigebracht werden kann. Schließlich stranden die beiden Buben nach dem Vorbild der ersten
Abenteuer des Zauberlehrlings Willibald auf einer einsamen Insel, flüchten in die Wüste, werden versklavt, versöhnen sich mit den Eingeborenen,
legen sich mit Fakiren in Indien an und taugen auch als Elefantenwärter nicht wirklich. Sie besuchen China, den Nordpol und auch Florida, wo sie eine
Rolltreppe zum Leidwesen der Menschen mit Atomenergie laden. Sie kommen in den Urwald, nach Griechenland und kehren endlich wieder in die
österreichischen Berge zurück.
Dort finden sie einen
wenig freundlichen Gruß von daheim vor. Mit der gelandeten Rakete können sie nun allerdings die Erde verlassen. Doch auch im Weltraum geht es nicht ohne
Pannen weiter. Sie landen auf einem mittelalterlichen Planeten, wo recht rohe Sitten herrschen. Schließlich treffen sie auf einen Leidensgefährten - einen
Bewohner des Planeten Lux VIII, dessen Gehirn sie im Wald gefunden haben. Dieser verhilft ihnen zur Flucht auf seinen Heimatplaneten, wo Piff
und Paff aber auch nicht besonders glücklich sind, da es hier nur gleichgeschaltete Robotermenschen gibt, die keinen Namen haben, sondern nur
eine Nummer. Doch schließlich gelingt neuerlich die Flucht, diesmal nach Hause.
In der 2. Staffel ab 1959
reist schließlich die ganze Familie von Vater Paffamaffa auf die Erde. Die Wiedersehensfreude in dem kleinen Gebirgsdorf ist groß. Doch schon bald
entsteht einiges an Verwirrung und Unruhe. Mama Piffimiffi beschließt, mit der Einheitsmode Schluss zu machen; Vater Paffamaffa betätigt sich
als Superschwerathlet und hilft danach beim Aufbau einer Weltraumstation. Schließlich fliegt er auf den Mond, wo er einen wenig freundlichen Empfang
erhält. Er weiß nicht, dass Piff und Paff bereits auf dem Mond gelandet sind und sich als Mondbewohner verkleidet haben.
Piff und Paff erfinden einen Superroboter mit unheimlichen Kräften, aber wenig Verstand. Herr Paffamaffa wird von Spionen
entführt, doch Piff und Paff befreien ihn dank der eben erfundenen In-die-Luft-Schleuder-Pistole. Die Weltraumstation wird vollendet, doch
leider kehrt diese unfreiwillig auf die Erde zurück, was Vater Paffamaffa angelastet wird.

Dieser hat genug von Weltraumabenteuern und geht mit den Söhnen in die Berge klettern und auf
einen Bergsee rudern. Auch hier geht es nicht ohne Pannen ab. Schließlich baut Papa Paffamaffa eine weitere Weltraumrakete, um eine neue Reise
zum Mond zu starten. Diesmal kann er beweisen, dass es Mondbewohner gibt, denn Piff und Paff sind wieder in ihre Kostüme geschlüpft und werden
diesmal auch von anderen Zeugen gesehen.
Dann stößt das
Raumschiff weiter in den Weltraum vor und landet auf einem steinzeitlichen Planeten. Dort gibt es saurierähnliche Untiere und urtümliche Elefanten. Auf
einem anderen Kontinent des Planeten Kabullus hat man es mit Riesenkröten und Mammutläusen zu tun und die Bäume sind in Wirklichkeit
überdimensionale Blumen. Schließlich reist man weiter durch den Weltraum auf den Nachbarplaneten Bimes. Dort geht es sehr gemütlich zu und die
Bewohner sind superintelligent, aber dennoch ergibt sich so manches Verständigungsproblem.
Auf dem Planeten Bumballo findet man eine nur von Robotern bewohnte Stadt vor. Alle
Lebewesen sind bereits ausgestorben. Doch man entdeckt Dokumente, die einen ehemals überentwickelten Bürokratismus erkennen lassen und man erkennt schließlich
riesige Lager von Atombomben - Teja Aicher mischt hier eine gehörige Portion satirischer Seitenhiebe auf die menschliche Kultur in seine Geschichte hinein. Am
Ende löst die kleine Schwester von Piff und Paff, Pi eine Atomexplosion aus und man sucht eiligst das Weite. Das Raumschiff gerät in
einen Angriff der Bewohner von Lux VIII und man verliert bei der Flucht die Orientierung. Schließlich finden die Weltraumreisenden einen
Planeten, auf dem sie die geschrumpften Nahrungsvorräte aufbessern wollen, was gar nicht so leicht ist, wenn man kein passionierter Jäger ist. Die
Menschen, die hier leben, sind sehr primitiv und noch Heiden. Schließlich erkennen Piff und Paff, dass es sich um den streitbaren Planeten
handelt, auf dem sie schon einmal gelandet sind. Doch werden sie diesmal als Gott verehrt, da die Bewohner sich nach dem ehemals geheimnisvollen
Verschwinden von Piff und Paff zum Piffpaffianismus gewendet haben. Auch bei der Beschreibung dieses Planeten lässt es Teja Aicher
nicht an Ironie fehlen.
Als das Schiff schließlich doch wieder zur Erde zurückfindet, wird enthusiastisch gefeiert. Doch die Bramborianer
machen sich heimlich davon. Vater Paffamaffa hat alle Atomenergieflaschen auf dem Mond versteckt bis auf 2, mit denen er gelandet ist. Diese hat er nun
in seinem Koffer. Als Begründung gibt er an, er "wollte die Dinger nicht hier lassen." Für seinen Geschmack "wird auf der guten
Erde sowieso etwas zuviel mit Atombomben herumgeballert."
In der dritten Staffel
wird der Leser schließlich auf den Heimatplaneten von Zip/Zop alias Piff und Paff gebracht. Dort führen Zip/Zop ihre Streiche aus, doch an
dem Indianertanz von Onkel Purru, weil er von einer Flasche Fleckbenzin gekostet hat, sind sie unschuldig. Auch an der zu Boden
gefallenen Schokoladencreme von der kleinen Schwester Zi sind sie nicht beteiligt. Aber sie rächen sich erfolgreich an Zi, als diese sie
verpetzt. In der Schule gibt es 10 Noten und der Unterricht dauert 8 Stunden. Auf den Straßen existiert überhaupt kein Straßenverkehr, da sich dieser in
der Luft abspielt. Schließlich finden Zip/Zop das unversperrte Raumschiff des Onkels Purro und fliegen wieder einmal zur Erde. Sie
landen bei den Einödbauern und helfen gleich, die Waschmaschine zu reparieren, sodass diese auch zum Waschen von Karotten, Schuhen, usw.
geeignet ist.
Danach gehen Zip/Zop daran, mit den Eltern Kontakt aufzunehmen, was nach einigen Anfangsschwierigkeiten
auch gelingt. Doch der Wunsch des Vaters, die Söhne mit einer Rakete abzuholen, ist nicht durchführbar, da sein Bruder Purro eine neue
Rakete verlangt, für die Vater Zopo bereits eine Hypothek aufnehmen muss.
Und Zip/Zop müssen wohl immer noch auf der Erde sein, denn nach der 8. Folge endete die dritte
Staffel von Piff und Paff alias Zip/Zop vorzeitig, was in der Wunderwelt nach 1966 ja sozusagen Tradition hat.
Die Serie von Piff und Paff gab Teja Aicher die Möglichkeit, einen Streifzug durch die
menschliche Kultur und schließlich sogar durch die Geschichte zu machen. Er teilte gerne manchen Seitenhieb auf die gegenwärtige Gesellschaft aus.
Abgesehen von den Unterbrechungen gehört die Serie Piff und Paff zu den am längsten währenden Bildergeschichten der Wunderwelt und darf
somit als Wunderwelt-Klassiker angesehen werden.
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Brummli (1950-1951)
Brummli-Bärlein, gezeichnet von Edi Polz, ist Vorturner für die Wunderwelt-Kinder. In 17 Folgen mit jeweils 3
Bildern wird geturnt, balanciert, gehüpft, geschoben, gezogen, geworfen und gestoßen, was das Zeug hält. Sessel, Stöcke und andere verfügbare Gegenstände
dienen als Turngeräte. Die diversen Übungen werden mit unterhaltsamen Reimen kommentiert.
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Zipferling, der lustige Kasperl (1952-1953)
Diese Miniserie in 15
Folgen wurde von ABC (Peter Paul Prinz) gezeichnet und gereimt. Auf jeweils 6 Bildern pro Heft heckt Zipferling allerhand Streiche aus und
fällt immer selbst herein. Ob er mit einem Hufeisen am Faden Passanten necken will, auf einer verbotener Wiese rodelt, sich als Eislaufkünstler versucht,
auf einem Maskenball einen Preis gewinnen will, auf Schmetterlingsjagd geht, auf einer Schaukel übermütig wird, sich im Seiltanzen versucht, sich als
Krampus verkleidet, einen zu großen Christbaum ersteht, trotz Zahnweh nicht zum Zahnarzt gehen will - immer ist Zipferling hinterher klüger. Er
zieht sich so warm an, dass er sich nicht mehr rühren kann, trocknet das Geschirr auf einer Tuchent und wirft dann beim Wegräumen den ganzen
Geschirrstapel um, erhält ein Scherz-Osterei, verwickelt sich selbst beim Turnen und gibt sich einen frischen Anstrich, um dann in den Schmutz zu
fallen. Zipferling ist sympathisch, aber ein hoffnungsloser Fall ...
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Benjamin und Kasimir (1953-1955)
Benjamin und Kasimir sind zwei unfreiwillig komische Clowns im Stil von
Dick und Doof alias Stan Laurel und Oliver Hardy. Egal, ob sie sich als Schneeschaufler betätigen oder als Plakatkleber, ob sie Ostereier nach Hause
tragen, im Theater auftreten oder
in der Werkstatt arbeiten, alles geht schief. Sie erleiden Schiffbruch beim Radfahren und beim Rodeln und fallen auch beim Rudern aus dem Boot. Selbst zum
Apfelpflücken sind sie zu dumm. In der Tierschau landen sie selber hinter Gittern, und beim Reinemachen versauen sie alles. Im 32. Streich folgen sie
einem geheimnisvollen Weg in einem Schloss und landen wieder am Eingang. Dieses Thema wurde 1966 als "Ottokar und Fridolin"
nachgezeichnet. Als Benjamin und Kasimir mit jungen Hunden endlich das große Geld machen könnten, haben sie diese bereits verschenkt - und damit
enden ihre Abenteuer wegen hoffnungsloser Dummheit ...
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Die Rote Limousine (1954-1955)
 In dieser Kriminalgeschichte mit unblutigem Ausgang versuchen die zwei Pfadfinder Fredl
und Franzl sowie der Hobbydetektiv Meier seltsamen Geschehnissen in einem Bauernhof auf die Schliche zu kommen. Am Ende zerplatzt die
vermeintlich geheimnisvolle Verschwörung aber wie eine Seifenblase. Das Berüchtigtste an dieser Comicstaffel ist vor allem der Umstand, dass es sich
um die erste Wunderwelt-Serie im amerikanischen Sprechblasenstil handelt mit widerlichen Ganovengesichtern und rauen Sprüchen, die so gar
nicht zur bisherigen Wunderwelt passen.
Im Gegensatz zu diversen Superhelden-Comics, bei denen regelmäßig die ganze Welt gerettet werden muss,
ist die Lösung des Rätsels der Roten Limousine lachhaft: Scheich Abdul Charbid Sa-Ufta Nurawassa (der Leser möge den Namen langsam über die Leerzeichen hinweg lesen) mietete sich heimlich in
einem entlegenen Bauernhof ein, um seine Sprudelwasserkur zu absolvieren. Man kann mit Sicherheit annehmen, dass Teja Aicher einerseits die Wirkung des neuen
Zeichenstils austesten wollte, andererseits packte er eine gehörige Portion Spott in sein Abenteuer und verunglimpfte mit voller Absicht das
Superhelden-Genre. Für mehr als zehn Jahre war damit das Thema Sprechblasentexte in der Wunderwelt vom Tisch und das war gut so.
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Stubs und Staberl (1955-1958)
Stubs und Staberl sind zwei lustige Kasperln, die nach hundert Jahren
Ruhe auf einem Dachboden durch einen Wundertrank zum Leben erweckt werden. Sie finden sich in der neuen Welt zunächst nicht wirklich zurecht und werden
gleich als erstes von einem Auto durch die Luft gewirbelt, weil sie ohne Schauen über die Straße gehen wollen. Nach vielen Pannen, lustigen und
aufregenden Abenteuern finden sie immer mehr Freunde unter den Kindern und Erwachsenen und als sie durch einen Schatzfund unerwartet zu Geld kommen,
werden sie schließlich Theaterdirektoren im Marionettentheater.
Die Serie ist von Teja Aicher als Bildgeschichte verfasst worden, neben lustigen Bildern gab es
auch reichlich amüsanten Text zum Lesen. Der Stoff war eine gelungene Mischung zwischen Märchen und Wirklichkeit, sozusagen die klassische Wunderwelt,
obschon die Serie quasi nur als Überbrückung zwischen den beiden Piff & Paff Staffeln diente. Immerhin brachten es Stubs und Staberl
auf 70 Fortsetzungen und rangieren damit auf Rang vier der Wunderwelt-Comicserien-Bestenliste.
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Petzis Erlebnisse (1955)

Der drollige Bär Petzi und seine Freunde, der Pelikan Pelle, der Pinguin Pingo und der
Seehund Seebär machen sich per Schiff auf die Suche nach dem Nordpol und wollen dem dortigen König einen Besuch abstatten. Dabei müssen sie eine
Reihe unterhaltsamer Abenteuer überstehen.
Die Serie von Carla und Vilhelm Hanson wurde aus Kopenhagen zugekauft und war als 7. Buch
der Petzi bei Carlsen-Reihe (dänischer Serienname Rasmus Klump) unter dem Originaltitel Petzi am Nordpol erschienen.
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Tips und Taps (1956)
Das Bärenpaar Tips und
Taps wurde von den Lesern ausgewählt. Im Gegensatz zur Hexe Atomara, die 20 Jahre später nach ihrem Namen suchte, konnten die Wunderwelt-Leser/innen
1956 die Darstellung von Tips und Taps wählen. Gewählt wurde das Lederhosenpärchen; das klassische Teddybärenpaar mit langer Nase, der
Bärenjunge mit kurzer Hose und das Bärenmädchen im Hemdchen sowie das Bärenpärchen mit Naturfell hatten das Nachsehen. Es handelt sich um eine
unterhaltsam gereimte und gezeichnete Kleinserie mit jeweils 4 Bildern, aber immerhin 24 Abenteuern (plus einer erst 1966 gedruckten Folge); die Texte
stammen von Friedrich Bauer, dem ab 1966 als Wunderwelt-Redaktionschef und Nachfolger von Josef Domany wenige Erfolgserlebnisse zuteil
wurden.
Die Bärenkinder stoßen an
ihre Grenzen beim Honigstehlen, beim Schifahren und beim Fischen; vergnügen sich auf einem Ball, verwechseln Wagenschmiere mit einem Marmeladetopf,
bekommen eine Wagenladung Mist auf den Kopf, stürzen mit einem Korb voller Ostereier vom Motorroller, verwechseln einen Salzsack mit Zucker, fallen vor
lauter Übermut aus der Schiffschaukel, rutschen vom Stiegengeländer in den Mülleimer, malen sich das Fell an, um bunter zu erscheinen und werfen aus
Langeweile Steine auf eine Rabenschar. Dann überschätzt sich Tips beim Traktorfahren, Taps dagegen beim Schwimmen; sie klettern um die Wette,
zerreißen sich ihr Fell beim wiederholten Sprung über den Stacheldraht und übernehmen sich auch beim Eisessen. Sie wollen es den Vögeln beim Singen
nachmachen, 'doch haut ihr grässliches Gebrumm sogar die stärksten Bäume um'. Und sie stellen fest, dass man einen Ziegenbock nicht necken sollte.

Auch beim Fliegen sollte man auf das Steuern nicht vergessen und beim Mauerbauen ist Genauigkeit
durchaus angebracht. Als sie sich ein neues Gewand nähen wollen, müssen Tips und Taps erkennen, dass nur Übung den Meister macht und auch Wäschewaschen
ist gar nicht so leicht. Zu Weihnachten verbrennt Tips sich die Finger, als er die brennende Silberkette vom Baum reißt. Das 24. Abenteuer
ist auch gleichzeitig der Abschied des Bärenpaares von der Wunderwelt.
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Max, Michael und Monika (1958-1959)
Diese Bildergeschichte von "Aicher Bilderbogen"
handelt von den Zwillingsgeschwistern Michael und Monika, die mit dem Flegel Max ihre liebe Not haben. Jedoch zieht am Ende der
überhebliche Max immer den Kürzeren. Die Ideen für die Abenteuer stammten von Monica Skidelsky und den Erlebnissen mit ihren drei
Kindern. Die Vornamen wurden aus künstlerischen Gründen geändert und TA nahm MS’s Vorname in den Titel auf.
Während 1958 die Geschichte noch unter den Farbseiten zu finden ist, wird diese 1959 auf die zweifärbigen
Seiten verbannt - mit meist halbseitigem Layout. 12 Jahre nach Max, Michael und Monika hat Teja Aicher Michael und Monika
als Perry und Silia wiederauferstehen lassen. Auf den Bösewicht Max wurde jedoch verzichtet - Perry zeigt es den Bösewichten der ganzen Welt, er
ist dem Vorstadtleben von Michael und Monika entwachsen.
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Nicky (1959)
Diese Kurzserie (6 Folgen zu je 9 Bildern mit einfachen Prosatexten in Blockbuchstaben,
gezeichnet und getextet von Peter Wienk) handelt von dem Kätzchen Nicky, das gemeinsam mit dem Affen Marty die gestohlene Torte von Frau Griesgram
wiederbeschaffen möchte. Da sie diese nicht finden, beschließen sie, Geld zu verdienen, um eine neue Torte kaufen zu können. Als Gepäcksträger sind sie
wenig erfolgreich, doch schließlich gelingt es ihnen, Blumen zu verkaufen und so bringen sie das Geld für die Torte zusammen. Als sie jedoch zu Frau Griesgram
kommen, ist die Überraschung groß - auch Herr Zimmermann und der Polizist Bulli bringen jeder eine Torte mit. Und das Beste ist - die
"gestohlene" Torte findet sich im Küchenschrank von Frau Griesgram wieder. Das gibt ein Festessen mit 4 Torten!
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Kasperl und Gretel (1960)
Kasperl und Gretel ist eine halbseitige Bilderbuchgeschichte für Schulanfänger.
Die Texte sind in Blockbuchstaben gedruckt, später in Lateinschrift. Kasperls Ideen gehen leider allesamt schief. Einmal zerbricht er sämtliches Geschirr,
kostet so lange vom Kuchenteig, bis nur mehr ein Minikuchen übrig bleibt, mag keinen schweren Koffer tragen und isst den ganzen Proviant gleich auf,
schreibt einen Brief und klebt das Kuvert ohne Brief zu. Übertroffen wird Kasperl nur noch von seinem Freund Pimpel. Signiert sind die Geschichten mit
MS (Monica Skidelsky), die bisher für die Mädchen-Bastelideen gesorgt hatte.
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Pink und Punki (1960-1961)
Georg Zemann hatte mit seinen Tierserien bei den Kinderzeitungen in dieser Zeit nicht viel Glück. 1959 war die Kinderpost nach 6 Ausgaben eingestellt
worden, ein Jahr später wurden von Pink und Punki in der Wunderwelt auch nur 10 Folgen gedruckt. Dabei waren die Bildergeschichten spannend,
durchaus liebevoll gezeichnet und nett gereimt. Die Voraussetzungen beim Serienbeginn waren jedoch denkbar schlecht. Willibald und Hokus hatten
ohne Vorwarnung abgedankt und diese Lücke zu füllen war für die gänzlich anders aufgebaute Cartoongeschichte von Georg Zemann unmöglich. Pink
und Punki waren zwei liebe kleine Eichhörnchen - die Wunderwelt-Gemeinschaft trauerte aber einem Zauberlehrling nach. Also musste die Redaktion handeln
und Zaubermeister Yoga Heile löste Pink und Punki nach nur 10 Folgen ab. Langfristig gesehen war dies aber der erste große Fehler des Herausgebers,
führte 1966 zur Krise und war 1977 mitverantwortlich für den Untergang der Wunderwelt als von Österreich aus geleitete Kinder- und Jugendzeitung.
Der Fehler war, zu viel Verantwortung auf Teja Aicher zu übertragen; dieser zeichnete jahrelang
im Alleingang alle Comicserien in der Wunderwelt, was eine gewisse Eintönigkeit zur Folge hatte, zu einer starken Abhängigkeit führte und
letztlich auch aufgrund der fehlenden inneren Konkurrenz zu einem Abbau an Kreativität. Teja Aicher vereinfachte seinen Zeichenstil im Lauf der
Jahre immer mehr und machte sich nicht mehr die Mühe, neue Abenteuer zu erfinden, sondern malte einfach alte Geschichten nach und das bis zu vier Mal
mit dem gleichen Thema. Natürlich war es jedes Mal eine andere Generation von Kindern, die die Geschichten las, aber eine Kinderzeitung, die nichts Neues
mehr bringt, sondern sich nur selbst reproduziert und das mit sinkender Qualität, deren Bestand kann nicht mehr von langer Dauer sein. Es war
jedenfalls ein Fehler und auch schade, einem Zeichner wie Georg Zemann nicht die Chance zu geben, weitere Cartoonfolgen in der Wunderwelt
unterzubringen. Er hätte das Potenzial gehabt, sich noch zu steigern, Teja Aicher hatte seinen Zenith Ende der 50er Jahre bereits erreicht.
Pink und Punki sind also 2 Großstadteichhörnchen, deren Sorge es
ist, genügend Futter zu finden und die ihre liebe Not mit einer wilden Jugendbande haben, welche die Eichhörnchen unbedingt fangen will. Zum Glück
wissen Pink und Punki sich zu wehren und können immer wieder entkommen. Aber ihre Wohnstätte wird durch eine Steinschleuder völlig
zerstört. Dann finden die beiden Eichhörnchen ein in eine Zeitung eingewickeltes Stück Brot und sehen außerdem ein Bild von einer wunderschönen
Waldlandschaft. In ihnen erwächst sofort der Wunsch, in diesem Paradies zu leben.
Am nächsten Morgen werden sie von dem Mäuschen Ritschi erschreckt, doch das Mäuschen will ihnen helfen, den gesuchten Wald zu finden. Sie verlassen also ihren Eichenbaum und
folgen der Maus durch ein finsteres Loch in ein Kellerverlies. Dort wartet Friedolin, ein kleines Auto, mit dem sie die weite Reise antreten können. Hinaus geht es
aus der Stadt, einen steile Straße hinunter, doch in einer Kurve steht ein alter Stamm am Straßenrand, der zum Verhängnis wird. Die drei Abenteurer
purzeln durch die Gegend und als sie sich umsehen, finden sie sich in einer Landschaft wieder fast so schön wie auf dem Zeitungsbild. An einem Bächlein
waschen sich Pink und Punki den Schmutz ab, doch die Maus liebt das Wasser nicht so sehr. Unglücklicherweise verliert sie das Gleichgewicht und
fällt zum Vergnügen der Eichhörnchen der Länge nach hinein.
Später bewundert man
Gräser und Blumen und als die Maus in eine Höhle schaut sieht sie dort ein schreckliches Ungeheuer und drängt die Freude, um ihr Leben zu laufen. Nur
kurz darauf kriecht eine kleine Raupe aus der Höhle und Pink und Punki biegen sich vor Lachen. Als die Maus nun von jeder Blume riechen muss,
geschieht ihr allerdings wirklich ein Unglück, denn eine Wespe fühlt sich gestört und sticht das Mäuslein in die Nase.
Zum Glück geht es am folgenden Morgen Ritschi aber schon wieder besser und man bereitet ein
festliches Beerenmahl. Leider springt eine schmutzige, große Kröte ausgerechnet mitten auf den Morgentisch und die Soße spritzt in alle Richtungen.
Und damit endet die Geschichte vorzeitig und leitet die Serie nach kurzer Vorstellung vorzeitig abgebrochener Abenteuer in der Wunderwelt ein.
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Zaubermeister Yoga Heile (1961-1962)
Yoga Heile sollte die Nachfolge für Willibald und Hokus
antreten. Er tat dies mit weltverbessernden Zaubersprüchen aus der Feder des Pädagogen Friedrich Bauer. Die Abenteuer waren durchaus amüsant, wenn auch teilweise langatmig;
doch vor allem saß der Leser sozusagen auf der Tribüne. Erst mit dem Auftauchen von Kri nach Texten von Teja Aicher wurde die Szenerie lebeding und der Leser gleichsam ins Geschehen
hineingezogen. Merkwürdigerweise machte man hier den gleichen Fehler nochmals, den Peter Paul Prinz bereits 1949 begangen hatte, nur mit
anderem Vorzeichen. 1951, nach zwei Jahren erst war nämlich der Zaubermeister Hokus in die Abenteuer eingebunden worden, nachdem Willibald
seine Weltreise hinter sich gebracht hatte. Und 1963 erst wurde Yoga Heile Kri zur Seite gestellt und der Leser in die Ereignisse integriert.
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Kri, Yoga Heiles Lehrling (1963-1966)
Der Weltverbesserer Yoga
Heile nimmt sich einen Lehrling. Der bringt so manches durcheinander und Yoga Heile darf es wieder ausbügeln. Viele lustige Abenteuer verleiten den
Leser zum Schmunzeln. Gegen Ende werden die beiden Zauberer unvorsichtig. Zuerst werden sie fast von einer Katze gefressen, weil sie sich in weiße
Mäuse verwandelt haben und beim nächsten Mal verschütten sie Schrottvertilungsmittel in der Burg, worauf diese mitsamt Bewohnern
ausgenommen Geist Dagobert verschwindet.
Geplant war Mitte 1966 die Wiederbelebung von Willibald und Hokus mit Hilfe des aus Australien
zurückgekehrten Peter Paul Prinz. Doch abgesehen von einem halben Dutzend Wiederholungen kam es dazu nicht mehr, denn Peter Paul Prinz
ließ sich zur Mitarbeit nie mehr überreden.
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Das Ferngesteuerte Auto (1963)
Im Jahr 1963 war ein
ferngesteuertes, fahrerloses Auto noch Zukunftsmusik. Aber der unter chronischem Geldmangel leidende Erfinder Professor Flink aus Krachhausen
im Land Benzinien, der Vater von Inge und Kurt steht kurz vor dem Durchbruch. Dummerweise ist er sehr zerstreut und kein besonders
guter Autofahrer. Das Auto rammt regelmäßig den Gartentorpfeiler und fährt auf der falschen Straßenseite fast gegen einen Panzer. Und auch bei der Rückfahrt
bleibt der Torpfeiler nicht unbeschädigt. Ausbesserungen und Reparaturen sind im Hause Flink schon Routine. Jetzt aber beschließt Professor Flink,
einen Fahrschulkurs zu absolvieren. Nach einigen Fahrstunden hat er begriffen, dass er nicht immer mit der erlaubten Höchstgeschwindigkeit
unterwegs sein muss. Endlich kann die Familie bequem und sicher mit dem ferngesteuerten Auto in die Stadt fahren.

Das muss gefeiert werden und der Bruder, ein reicher Geschäftsmann, wird zum Abendessen eingeladen. Die
Zutaten sind einfach - Regenwürmer, Schnecken, diverse Blätter und Pflanzen - der Professor versteht es, durch chemische Umwandlung eine herrliche Pastete
zu erzeugen. Als man dem Bruder anbietet, ihn per ferngesteuertem Auto nach Hause zu bringen, klappt das nicht so ganz, da dieser die Funksprechanlage
nicht kennt und der Professor ihn nicht nach dem Weg fragen kann.
Dafür schafft er es durch
waghalsiges Durchstarten, einer Strafverfügung wegen Falschparkens zu entgehen. Eines Tages jedoch findet sich ein ungebetener Mitfahrer ein, der
das Auto gleich mehrmals benutzt, um eine bestimmte Strecke mitzufahren. Kurt legt Reisnägel auf den Beifahrersitz, doch leider ist es seine Mutter, die
sich als erste niedersetzt. Der Professor sinniert über andere drakonische Maßnahmen nach, ungebetene Gäste wieder zum Aussteigen zu bewegen, doch am
nächsten Tag wird ein Essenskorb im Auto abgegeben. Die Freude ist groß bei den Flinks, nachdem per Brief bestätigt wird, dass sie den Korb
behalten dürfen als Gegenleistung für eine kleine Fahrt am nächsten Tag.
Dummerweise erwischt der Professor am nächsten Tag Weinbrand anstelle Orangeade. Nach Übertretung
sämtlicher Verkehrsvorschriften wird das Auto von der Polizei gestoppt und nach Hause begleitet. Einer der Polizisten begeistert sich für die Erfindung
und fährt die Kinder des Professors mit 150 Sachen nach Hause - mit zwei "weißen Mäusen" als Eskorte.
Später wird die versprochene Fahrt durchgeführt - doch bald keimt der Verdacht auf, dass man
Juwelendiebe befördert! Mutti macht ein Foto von den Fernsehbildern. Die Polizei erfährt von dem ferngesteuerten Auto als Taxi und kommt mitten in der Nacht zum Professor für die Einholung
von weiteren Auskünften. Man verdächtigt ihn der Mitwisserschaft bei einem Raubüberfall und will ihn verhaften. Doch der Schnappschuss von Mutti beweist
die Aussage des Professors. Es handelt sich um altbekannte Ganoven. Diese können rasch gefasst werden. Als Belohnung werden dem Professor die
Strafmandate erlassen. Und wenig später interessiert sich die Vereinigte Automobilfabriken AG per Telefon und vereinbart einen Termin. Die Herren sind
begeistert von der Erfindung und der Professor ist seine Geldsorgen endlich los.
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Uschi und Edi - Besuch bei Onkel Willi (1966)

In 12 Folgen wird von Teja Aicher das Abenteuer "Die Rote Limousine" aus dem Jahr 1954
- mit leichten Veränderungen - nochmals aufgegriffen. Diesmal ist es der Hobbydetektiv Onkel Edi, der die Geschwister Uschi und Edi zu
sich auf das Land einlädt. Die abenteuerlustigen Kinder verirren sich im Wald und landen in einer Scheune, in der sie eingesperrt werden. Sie werden zwar
am nächsten Morgen befreit, aber ihnen ist sonnenklar, dass hier etwas nicht stimmt. Nach vielen Verwicklungen und Verdächtigungen kommt es zu einem
überraschenden und gar nicht so kriminellen Ende.
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Ritter Ringobert (1966-1967)

Nachdem sich Kri und Yoga Heile in Luft aufgelöst hatten, zeichnete Teja Aicher die
Abenteuer des armen Ritters Ringobert, der von der Schlacht heimkehrend in seiner Burg drei Lumpen vorfindet, die sich das Essen schmecken lassen.
Obwohl er diese zuerst wütend aus dem Schloss jagen will, werden Flohbart, Entenbein und Blunzerl rasch seine Gefolgsleute. Eine
wesentliche Rolle in den weiteren Fortsetzungen spielt jedoch nur mehr Blunzerl, der mit seiner Bauernschläue manches Problem löst und mache Verwirrung
stiftet.
Ringobert will seinen Zehent eintreiben, doch gibt es im Dorf
derzeit wegen Missernten nichts zu holen. Blunzerl verdrischt unbeabsichtigt seine ehemaligen Bauernfreunde, als diese zu spotten beginnen.
Zu Weihnachten stibitzt er dann den Dieben der Weihnachtsgänse die Beute aus dem Wirtshaus und es gibt einen herrlichen Weihnachtsschmaus auf der Burg des Ritters Ringobert.
Ein Überfall zwingt den Grafen von Rieselstein mit seiner Tochter Mathilde kurze Zeit
danach zur Einkehr im Burgstall Ringobert. Nach anfänglicher Skepsis ob des zweifelhaften Rufes von Ritter Ringoberts Vermögensverhältnissen
gibt es ein vorzügliches Abendessen. Doch danach fällt Mathilde von einer Ohnmacht in die nächste wegen vermeintlicher Gespenster und schließlich
einer Maus in ihrem Bett.
Am nächsten Tag begibt sich Ritter Ringobert auf die Suche nach den Räubern. Die Spur führt
in ein Wirtshaus, das schon des längeren in Verruf steht und nachdem der Wirt ein wenig unsanft behandelt wird, kommt auch schon die Räuberschar angerückt
und will Ritter Ringobert an den Kragen. Doch der versteht sich zu wehren. Nachdem ihm sein Knappe Blunzerl "zu Hilfe" eilt, indem er
die Wirtshaustür von außen verriegelt, werden alle 10 Räuber von Ritter Ringobert ganz alleine überwältigt und die Beute der Räuber kann
sichergestellt werden. Der Graf von Rieselstein kehrt zufrieden auf sein Schloss zurück.
Schon am nächsten Tag gilt es, den 21. Geburtstag von Mathilde zu feiern und Ritter Ringobert
ist mit seinem Knappen ebenfalls eingeladen. Der Graf von Rieselstein gibt sich sehr großzügig, doch in Wahrheit sucht er einen möglichst reichen
Freier für seine Tochter. Der als sehr vermögend geltende Ritter Wuppo scheint ihm gerade recht, denn er ahnt nicht, dass dieser eine Intrige gegen
ihn schmiedet. Ritter Wuppo war nämlich der Anstifter für den nächtlichen Überfall auf Graf von Rieselstein und ist in Wahrheit ein
gemeiner Raubritter. Dieser erfährt kurz darauf von einem Boten, dass Ritter Ringobert alle seine Knappen zusammengeschlagen hat und sinnt nach Rache.

Am nächsten Morgen kehrt Wuppo in seine Burg zurück und begegnet hier einem Dutzend Schwerverletzten. Voller
Wut findet er sich wieder auf Schloss Rieselstein ein und trifft dort Mathilde an in ein inniges Gespräch mit Ritter Ringobert verwickelt. Er
versucht Ritter Ringobert bloßzustellen und zieht ihm den Stuhl weg, doch Blunzerl korrigiert das Problem sofort und es ist Wuppo,
der auf den Boden knallt. Seine Wut steigt ins Unermessliche - doch die Rache bleibt aus, denn es gibt keine Fortsetzung der Serie.
Zwischen dem Herbstsonderheft 1967 und dem Adventsonderheft 1967 erscheinen keine Wunderwelthefte
mehr. Nicht mehr Ritter Ringobert kämpft ums Überleben, es ist die ganze Wunderwelt, die vor dem Aus steht. Doch im Gegensatz zur Kinderpost,
die 8 Jahre zuvor den Betrieb ohne Chance auf Weiterbestand einstellen musste, findet die Wunderwelt Sponsoren für eine Fortsetzung, wenn
auch mit starken Einbußen und Änderungen im Layout. Trotzdem wird es noch mehrmals in den nächsten Jahren geschehen, dass Serien mitten im Abenteuer
abgesetzt werden. Das vorzeitige Beenden von Serien wird fast zu einer Wunderwelt-Krankheit. Offensichtlich versteht die Redaktionsleitung nicht, dass man mit solchen
Methoden auch die letzten treuen Leser vertreibt. Fans, die eine Zeitschrift regelmäßig kaufen, wollen nämlich vor allem eines: Kontinuität. Und and
dieser mangelte es der Wunderwelt zwischen 1967 und 1776 gehörig.
Es ist anzunehmen, dass Teja Aicher die Serie bereits zu Ende gezeichnet hatte. Doch veröffentlicht
wurde nichts mehr. Möglicherweise hat er das Ende der Geschichte 1979 mit ins Grab genommen, was mehr als schade ist, denn das Abenteuer war unterhaltsam
gestaltet und recht anspruchsvoll in Reime gefasst - für Kinder vielleicht zu ausschweifend und langatmig. Es war die letzte Serie nach der
"klassischen" Wunderwelt-Art, wenn auch die Zeichnungen schon im neuen Stil erstellt wurden. Das Ende von Ritter Ringobert
markierte so etwas wie den Anfang vom Ende der Wunderwelt. Aber da die Wunderwelt viele Freunde und Sponsoren hatte, zog sich ihr Ende
wesentlich länger hin - nämlich noch weitere 20 Jahre.
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Tino, der kleine Elefant (1967-1968)
Der kleine Tino
soll zum Zirkuselefanten ausgebildet werden. Aber dazu hat er überhaupt keine Lust. Er stiehlt dem Wärter den Schlüsselbund und macht sich nächtens
heimlich aus dem Staub, nachdem er den Schlüsselbund vorerst irrtümlich verschluckt und dann nochmals einschläft ehe ihn ein Knoten im Rüssel endlich
daran erinnert, dass er eigentlich fliehen will. Er irrt die ganze Nacht durch den Wald, kommt schließlich zum Zirkuszelt zurück, doch dann hilft ihm
der Rabe Jakob, ein sicheres Versteck zu finden.
Die Polizei kann Tino nicht finden und deswegen wird eine Treibjagd organisiert. Beim
Beerenpflücken trifft ein kleines Mädchen auf Tino und warnt ihn davor, dass der Wald umstellt sei. Zwei Elche zeigen Tino den Weg über
das Moor, hinter dem ein anderes Land beginnt, wo Tino vor der Polizei sicher ist.

Dort stößt er beinahe mit einem Zug zusammen, bei dem die Bimmelanlage kaputt ist. Tino
übernimmt die Funktion der Bimmelanlage und läuft vor dem Zug her nach Biederstadt. Zum Dank wird er mit 75 großen Rüben belohnt, an denen er sich satt fressen
kann. Am Ende ist Tino so dick, dass er nicht mehr durch das Stadttor passt.
Obwohl die Bilderbuchgeschichte für die Jüngeren an dieser Stelle mit einer Frage endet,
gibt es - wieder einmal - keine Fortsetzung mehr.
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Perry und Sila (1971-1976)
 Die Abenteuer von Perry und Silia wurden bereits in der Hauptübersicht ausführlicher behandelt,
es soll daher an dieser Stelle nur mehr eine kurze Zusammenfassung erfolgen. Im Gegensatz zu Zwerg Bumsti schuf Teja Aicher mit Perry
einen kleinen Superhelden, der alles kann, alles weiß und sich nie die Finger schmutzig macht. Denn dafür hat er den namenlosen Kater, der eigentlich in
den Serientitel aufgenommen hätte werden müssen, aber dann wäre dieser keine Werbebotschaft mehr geworden. Wenn man positiv denkt, dann verspottete Teja
Aicher mit Perry die cleanen Superheroes diverser anderer, vor allem amerikanischer Comicserien (was unter anderem auch die Namensverwandschaft mit dem seit 1961
fast allmächtigen Perry Rhodan erklären könnte); wenn man es weniger freundlich sieht, dann ist Perry und Silia eine kleine, schmutzige Werbecampagne in Fortsetzung.
Die Wahrheit liegt
vermutlich - wie so oft - irgendwo in der Mitte. Unbestreitbar ist jedenfalls, dass die Aussagen der Serie gesellschaftspolitisch hochwertig
sind und Themen wie Umweltschutz, sinnlose Verschwendung, Gedankenlosigkeit und Rücksichtslosigkeit zum Inhalt haben. Die Missetäter werden aufgespürt
und (meist mit ihren eigenen Methoden) bestraft. Vom Inhalt her passt die Serie daher gut in die Wunderwelt der 1970er Jahre, die das Thema
Umweltschutz groß auf ihre Fahnen geheftet hatte. Gutes Benehmen und Rücksichtnahme waren ja schon immer ein Anliegen diverser Tante Helga,
Saxumulus, Gespräche in der Pause, Neunmalkluge und anderer Kolumnen gewesen.
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Die Digedags - Karneval in New Orleans (1972)
Die Digedags
hatten 1972 ein kurzes Gastspiel in der Wunderwelt. Das in Ostberlin hergestellte MOSAIK-Heft 152 wurde mit einigen Abwandlungen in 4 Folgen
abgelichtet. Der Nachdruck erzeugte im Juni 2007 Einiges an Aufruhr unter den Digedag-Fans, da man von diesem bis dahin nichts gewusst hatte und wurde mit großem
Interesse aufgenommen.
Die Digedags sind drei Comic-Helden (Dig, Dag und Digedag), die in New
Orleans als Reporter der Zeitung "New Orleans Magazine" einige Abenteuer überstehen müssen. Details dazu können auf der Fanseite www.mosapedia.de nachgelesen werden.
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Tini, Tina, Tino (1973-1974)
Die Serie hat als
Zielgruppe die jüngsten Leser. Auf jeweils 6 Bildern werden Im Pixibuch-Stil Benimm-Dich-Regeln behandelt, aber auch einfache und lustige Abenteuer des kleinen Hündchens Tini
mit dessen Mutter Tina und Vater Tino. Tini wird fast von einem Lastwagen überfahren, weil er nicht auf den Straßenverkehr achtet,
wundert sich über ein Sparschwein, das so fett ist, dass es sich gar nicht mehr rühren kann, strolcht mit Strizzi im Wald herum, wird von einem Ganoven
unbeabsichtigt entführt, bellt mit den Tieren am Bauernhof um die Wette, hilft dem Osterhasen, übersteht ein gefährliches Abenteuer in der
Waschmaschine, lernt schwimmen, springt weniger erfolgreich über einen Zaun, verhindert einen Unfall mit einem Ball und fürchtet sich vor Kater Schnurr.
Ab der vierten Folge sind die Texte gereimte Zweizeiler je Bild, vorher einfache Prosa, sämtlich in Großbuchstaben verfasst.
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Die Teddys - Der Weg zum Murmelgraben (1974)
Diese Comic-Serie von Georg Zemann handelt von Papa Teddy und seinen Söhnen Tetzi und Titzi,
einer Bärenfamilie im hohen Norden. Die Teddys waren erstmalig 1958 im Hebel Verlag gedruckt und 1959 in der Kinderpost übernommen
worden, kurz bevor diese Zeitung eingestellt wurde. Zemann hatte schon einmal einen "Pausenfüller" für die Wunderwelt verfasst,
nämlich die Serie Pink und Punki Ende 1960, ehe Yoga Heile nach dem Ausscheiden von Willibald und Hokus auf den Plan gerufen
worden war.

Die beiden Bärenkinder Tetzi und Titzi träumen schon lange davon, aus ihrer trostlosen Gegend mit
ewigem Nebel wegzukommen. Doch Vater Teddy will davon nichts hören, trotzdem Tetzi und Titzi immer wieder versuchen, ihn zu einer
Reise zu bewegen. Für Vater ist ihr Zuhause die schönste Gegend, die es gibt und alles, was man zum Leben benötige, sei doch vorhanden. Eines Tages findet
die Familie dann einen schon etwas mitgenommenen Brief in ihrem Briefkasten, der endgültig zusammengebrochen war.
Der Brief ist von Großvater Teddy, der sie alle in sein Haus im Murmelgraben einlädt. Doch noch
immer will Vater Teddy nichts von einer Reise wissen, selbst als Tetzi und Titzi die Initiative ergreifen und zu packen beginnen. Plötzlich
aber kommen die Naturgewalten den Reiseambitionen der Bärenkinder zu Hilfe: Die ganze Gegend wird durch fortwährende Steinschläge vernichtet, vom seit
Generationen bewohnten Bärenhaus bleibt nichts mehr übrig. Nichts übrig bleibt nunmehr auch Vater Teddy, den Reisewünschen seiner Söhne
nachzugeben.
Die Reise führt sie über
eine gefährliche Schlucht, über die die Kinder ihren Vater auf einer Baumstammbrücke mit verbundenen Augen hinübertragen müssen, weil dieser
solche Höhenangst hat. Doch nach der überstandenen Gefahr ist man am Murmelgraben angelangt und findet tatsächlich ein unbewohntes, liebliches
Häuschen inmitten von frischen Wiesen. Fast unbewohnt zumindest, denn Vater Teddy wird von einer Spinne KO geschlagen, weil er sich auch vor Spinnen zu Tode
fürchtet. Nachdem man die ungewünschten Hausbewohner beseitigt hat und das ganze Haus ein wenig instand gesetzt wurde, steht dem neuen Glück jedoch
nichts mehr im Weg.
Im Anschluss an die
überstandenen Abenteuer auf der Reise zum Murmelgraben wird im Wunderwelt-Weihnachtsheft 1974 noch eine Zusatzgeschichte abgedruckt. Hier gibt es anachronistisch zur
bisher geschilderten fast steinzeitlichen Lebensweise einen Fernseher als Weihnachtsgeschenk. Danach können die Bärenkinder in der Wunderwelt
1974 das Fernsehprogramm nachsehen. Diese Zusatzgeschichte passt überhaupt
nicht zu den vorherigen Abenteuern und hätte man sich besser gespart. Die Ankündigung auf das nächste Abenteuer war - wie des öfteren in den 1970er-Heften der Wunderwelt
- ein leeres Versprechen. Für Tetzi und Titzi gab es keine Fortsetzung mehr.
Die ganze Geschichte lässt einiges offen. So ist auch das durchaus spannend und unterhaltsam umgesetzte
Abenteuer im Murmelgraben ohne echtes Ende abgedruckt. Der imaginäre Großvater Teddy wird von Vater Teddy als sehr eigenwillig
beschrieben und dass dieser nicht so bald kommen könne, aber diese Bemerkung bleibt im Raum stehen. Die Erwartung, Großvater Teddy irgendwann doch
noch kennen zu lernen, wird nicht erfüllt. Die Serie wurde nach 10 doppelseitigen Folgen eingestellt, obwohl sie sicherlich hochwertiger war als
manche anderen Comics-Beiträge der 1970er Wunderwelthefte. Das Problem bestand jedoch darin, dass die Teddys vom Inhalt nicht mehr in die Wunderwelt
passten. Im Stil der späten 1950er Jahre gezeichnet konnten sie mit aktuellen Kindercomics nicht mehr konkurrieren.
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Bumsti und die Bumstibande (1974-1976)
Für jeden Freund der "klassischen" Wunderwelt ist die Bumstibande-Zeit ein
düsteres Kapitel der Wunderwelt- Geschichte. Man weiß nicht recht, sind die Bumstibande-Abenteuer Symptom, Ursache oder Folge der Umwälzungen in der Wunderwelt. Irgendwie
kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass T. Aicher die Freude am Zeichnen verloren hatte und lediglich aus Gefälligkeit, Pflichtgefühl oder
unter Zwang Bumsti bis zu dessen 26. Dienstjahr am Leben erhielt. Im allerletzten Bumsti(bande)-Abenteuer lässt sich Bumsti mit Wein
überschütten, um als scheinbare Alkoholleiche endlich auf Urlaub gehen zu können - das Täuschungsmanöver ist von Erfolg gekrönt. Man darf vermuten,
dass T. Aicher seine eigene Situation darstellte. Bumsti geht dann aber nicht nur auf Urlaub, sondern kehrt aus dem Urlaub nie wieder
zurück. Er genießt seinen mehr als wohlverdienten Ruhestand.
Zur Serie selber möchte man
am liebsten Stillschweigen bewahren. Die Bumstibande ist ein einziger Anachronismus, wenn man 23 Jahre lang Bumstis kleine Welt verfolgt hat. In Bumstis
Welt bis 1971 war alles überschaubar und von der Grundtendenz her positiv und freundlich. Sie reichte vom Fichtenwirt bis zu Bumstis Pilzhaus
und höchstens einmal im Urlaub kam Bumsti bis zur 3 Gehstunden entfernten Villa Waldesblick bzw. Waldesruh, wie sie später hieß. Aber das
Wichtigste - bei allen Spötteleien, teilweise bösen Scherzen und Schabernacks blieben sämtliche beteiligten Comicfiguren dennoch immer
grundsätzlich sympathisch. Sie lebten bescheiden in einer einfachen, kleinen, heilen Welt; manchmal fiel der eine auf einen dummen Streich herein und ein
anderes Mal war derselbe dann der Gewinner.
Aber dann kam 1974 die Bumstibande, was so nicht ganz korrekt formuliert ist, denn die Figuren der Bumstibande
tauchten erstmals bereits im November 1971 auf. Während jedoch die Geschichten vor 1974 auf eine Seite beschränkt waren, wurde die Serie mit
Einführung der Bumstibande auf drei Seiten erweitert. Daran wäre noch nichts auszusetzen, jedoch der Inhalt der neuen Serie war einfach
erschreckend in jeder Hinsicht. Diskutiert wurde meist über Belangloses, teilweise wurden Sätze telegrammstilartig verstümmelt und gelegentlich kam es
zu vulgären Beschimpfungen.
Bumstis Welt wird nunmehr um die ganz und gar unsympathischen Rattenschlösser Maisklau und Ratzeneck
erweitert mit Baron Zuzel von Schwarte und Gräfin Ratzi sowie um die Ortschaft Mausdorf. Bumsti und andere Zwerge werden von den Ratten
sklavenhaft ausgenutzt und bekommen wenig bis keinen Lohn, während die Ratten selbst meist im Geld schwimmen und eine Party nach der anderen feiern.
Seltsamerweise ist es auch eine Ratte, die den niedrigsten aller Dienste ausführt, nämlich als Kutschentier. Sie wird heftig ausgepeitscht, obwohl
vereinbart war, dass die Peitsche nur zur Zierde mitgeführt wird. Die Entschuldigung des Kutschers lautet, das müsse er glatt vergessen haben. Die
Rache am Kutscher folgt auf den Fuß. Unwillkürlich stellt man sich die Frage, wen T. Aicher wohl mit der Ratte und wen mit dem Kutscher vergleichen wollte?
Die
Bumstibande-Abenteuer können in 2 Gruppen eingeteilt werden. Bei der einen - kleineren - Gruppe werden alte Themen aufgegriffen wie die
Zahnwehbonbons oder der Blick in die Zukunft oder der scheintote Hamster Max. Die Mehrheit der Geschichten handelt jedoch von und in den Rattenburgen oder
von der Jagdleidenschaft des Barons. Der Rattenadel gibt sich exaltiert und abgehoben, feiert ein Fest nach dem anderen und wird von der Mäuseschar bedient.
Wenn der Baron sich etwas in den Kopf setzt, dann lässt er die Silberlinge springen. Immer wieder findet er Spezialjobs für Bumsti. Der möchte
eigentlich gar nicht aus seinem gemütlichen Pilzhaus hinaus, aber die Maus will sich endlich auch einmal etwas leisten und drängt ihn ständig zu neuen
Jobs. Manchmal kehrt Bumsti tatsächlich gut entlohnt zurück. Das Problem ist jedoch, dass das Geld nicht lange anhält, denn sobald eines da ist, wird mit
der ganzen Nachbarschaft ein schwungvolles Fest gefeiert und am nächsten Morgen sind alle Silberlinge wie gewonnen so zerronnen.
So ähnlich könnte das ganze Leben von T. Aicher abgelaufen sein. Er selbst hielt sich für wenig
geschäftstüchtig. Vielleicht war es genau diese Eigenschaft T. Aichers, die er so glaubhaft seinem Serienhelden mitgab und die seinen Zwerg Bumsti bei
den Lesern so beliebt gemacht hatte - mindestens für 4 Generationen von Kindern. Die Texte, die Teja Aicher später zu seinen Bildern in der
Bumstibande-Serie beisteuerte, waren zwar großteils mäßig originell, enthielten allerdings immerhin den einen oder anderen gesellschaftskritischen
Seitenhieb, etwa, wenn sich die arme Kutschen-Ratte darüber beschwert, dass es in diesem Land kein Rattenschutzgesetz gibt oder wenn die Eule nachtblind
wird, weil sie "tagsüber dauernd betteln gehen muss", um ihren Lebensunterhalt zu fristen. Und manchmal machen sich die Wunderwelt-Figuren
über Ungereimtheiten in ihrer eigenen Welt lustig, etwa wenn sich Baldwin über das erstaunliche Alter von Raupe Wuzi wundert und Jobs antwortet
"Naja, ein Wundertier. Sicher eine Sonderanfertigung für Bumstis Abenteuer".
3 Jahre nach dieser Meldung kam dann das Aus für Bumstis Abenteuer und auch für die ganze
Bumstibande. Für die Mehrheit der Wunderwelt-Freunde bleibt Bumsti aber immer in Erinnerung als lieber, kleiner Schelm, der zwar nicht der Allerklügste
ist, aber eine der sympathischsten Comic-Figuren überhaupt gerade wegen seiner Unvollkommenheiten. Daran ändert auch Bumstis Bande nichts mehr.
Wenn man Bumstis Abenteuer als Gesamtheit betrachtet, dann war seine Banden-Zeit also eher entbehrlich.
Aber dennoch war die kleine Bumsti-Welt insgesamt gesehen eine großartige Kreation von T. Aicher und für viele heutige Erwachsene sozusagen ein Teil
ihrer Kindheit. Man soll mit T. Aicher nicht allzu streng ins Gericht gehen, denn einen Künstler misst man bekanntlich nicht an seinen Misserfolgen,
sondern an seinen Erfolgen. Und diese hatte T. Aicher unzweifelhaft jahrzehntelang vorzuweisen. Er mag sich manchen Schnitzer erlaubt haben, war
nicht unbedingt immer der Perfektionist, aber ohne ihn wäre die die Wunderwelt nicht das gewesen, was wir in unserer Erinnerung aufbewahren.
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Schnurzl (1975-1976)
Schnurzl ist ein im poppigen Yellow-Submarine-Stil agierender zwergengroßer Weltenreisender ohne Worte. Mit seinem kleinen
Raumschiff erlebt er allerlei seltsame Abenteuer auf verschiedenen Miniplaneten in der Luft, zu Land und unter Wasser. Er muss mit Seeungeheuern,
Papier- und echten Drachen, Gespenstern, Hexen und wilden Tieren fertig werden, wird von einem Düsenjäger beschossen, von Indianern gemartert, übersteht eine Kletterpartie auf dem Mond, nimmt an
einem Schiflugwettbewerb teil, gewinnt ein Raketenrennen, hat seine Not mit Jumbojets und einer fliegenden Untertasse und wird beim Blumemriechen in ein
Einsiedeglas gesperrt. Auf einem Käseplaneten entkommt er wilden Mäusen nur mit Mühe durch ein Käseloch und eine wild gewordene Null verjagt ihn vom
Ziffernplaneten. Zwischendurch verstrickt sich Schnurzl auch in harmlosere Abenteuer, wenn er etwa einen Schuh angelt, von einem
Rauchfangkehrer hereingelegt wird, den Stöpsel aus einem Ballon zieht oder ein Weltraumhündchen findet.
Schnurzl ist eine absurde Comics-Serie ohne jeglichen Bezug
zur Realität, die durchaus zum Schmunzeln anregt. Von den Schnurzl-Cartoons gab es in der Wunderwelt 23 Folgen von 1975 bis 1976.
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Auf der fernen Insel Wakikipoo (1975)
 Wie der Titel der Serie schon ausdrückt, handelt dieses Abenteuer von Ulf Seidl fern von
unserer Realität. Die Hauptdarsteller sind Hermann, der Esel und Dorothea, das Känguru, die von einem rosaroten Wirbelsturm auf die ferne Insel
Wakikipoo verblasen werden. Dort finden sich gar seltsame, bunte Tiere, mit denen sich absurde Abenteuer entwickeln beim Fußballspielen, beim Apfelpflücken oder
beim Versuch, zu fliegen. Dann gibt es noch Klothilde, das Nilpferd, das vor lauter Fressen zerplatzt und im entstehenden Nebel wachsen den Tieren
ewig lange Beine. Es bleibt schließlich in der 9. Folge bei der Ankündigung, dass Sebastian sich im nächsten Heft in die wiederbelebte
Klothilde verlieben würde, denn eine weitere Fortsetzung wird nicht mehr veröffentlicht. Hermann und Dorothea, mit ihrem für Kinder gar zu
schrillen und bunten Erscheinungsbild werden von der Hexe Atomara abgelöst.
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Die Hexe Atomara (1975-1976)
Die Hexe Atomara von Brigitte Kimbacher ist eine hilfsbereite, zerstreute, ältere Dame, die ihren Namen erst in der 4. Folge erfährt. Da sie sich in der heutigen Zeit
nicht mehr zurechtfindet, kommt bei ihren Hilfeversuchen erstmals oft ein richtiges Durcheinander heraus. Da wird einem Wüstenjeep ein Fahrradantrieb
eingebaut; Atomara kuriert einen Möchtegern-Abenteurer von seiner Abenteuersucht, einen Springreiter von überzogenen Anforderungen an sein
Pferd, verängstigt einen Eskimo, treibt Scherze mit ihrem Raben Kasimir, verschafft ihrem Urgroßneffen ein schöneres Zuhause und verleiht einem
Wanderer Bärenkräfte gegen einen wilden Stier, was wiederum der Sennerin einen Höllenschrecken einjagt.
Die Hexe Atomara hat elf Auftritte im Jahr 1976 und ihre Abenteuer sind komisch-absurd. Aufgrund der Umstellung
des gesamten Inhalts der Wunderwelt mit 1977 musste sie nach nur einem Jahr wieder abdanken.
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